USA-Flagge

Eine Reise in die USA 
oder auch "Which Bagel?!?"

(16.08. - 03.09.1999 - unsere Flitterwochen)

 

USA-Flagge

3. Teil:

28.08.99 Monterey - Ventura Beach (ca. 450 km)
Weiter ging es über den Highway 1 nach Süden durch Big Sur. Ein wunderschönes Gebiet, das zu längerem Verweilen eingeladen hätte, wenn wir nicht weitergemusst hätten. Immer wieder gab es Haltemöglichkeiten entlang der Strecke mit Ausblicken entlang der Küste. Links von uns lag die Straße und rechts war man praktisch direkt an den Stränden oder fuhr durch kleine Wälder. Dann wieder eher felsige Küstenlandschaften, an denen sich die Wellen brachen. Dazu noch der Geruch des blühenden wildwachsenden Fenchels - Wahnsinn!

Highway No. 1

Wir haben die Strecke mal wieder etwas abgewandelt und sind nach Santa Maria nicht der 101 wieder direkt zurück zur Küste gefolgt, sondern durchs Hinterland entlang des Cachuma Lakes nach Santa Barbara gekommen. Als alter "California-Clan"-Fan war diese Stadt für Eva natürlich ein Muss ;-) Einiges aus der Soap wurde wiedererkannt, anderes auch als künstlerische Freiheit der Drehbuchautoren entlarvt... Von dort aus war es nicht mehr weit bis Ventura und unserem dortigen Hotel, dem "Ventura Beach Hotel". Sollte das tatsächlich schon das letzte neue Hotel sein, dass wir auf unserer Rundreise ansteuerten? *schnüff* Die Zeit war sooooo schnell vergangen... Das Hotel selber war sehr schön und wir hatten ein richtig großes Zimmer, wo wir es uns als Abschluss noch mal so richtig gut gehen lassen wollten. Denkste! Damit war die Familie aus dem Nachbarzimmer ganz und gar nicht einverstanden... Der Abend verlief nach einem ausgiebigen Abendessen - wieder mal - bei Denny's (mit einer deutschsprechenden Kellnerin, die in Frankfurt studiert hatte) recht ruhig und wir sind sehr schnell eingeschlafen. Doch dann weckte uns Kindergeschrei. Kein Problem, die werden ja sicher wieder ruhig... Nö! Aber die Eltern werden sie sicher beruhigen... Auch nö! Irgendwann drang dann noch der Geruch von Zigarettenqualm durch den Ritz der Verbindungstür in unser Zimmer und dem Lärm nach wurden Videospiele ausgepackt und ausgelassen gespielt. Wir waren endgültig genervt. Wohlgemerkt, es war mittlerweile nach Mitternacht und die Kinder klangen nicht älter als Grundschulkinder... Irgendwann klopften wir dann doch vorsichtig gegen die Tür und baten um etwas mehr Rücksicht. Die Familie schien echt überrascht, überhaupt Nachbarn zu haben, aber dann wurde es tatsächlich ruhiger und wir konnten den Rest der Nacht durchschlafen.

29.08.99 Ventura Beach - Los Angeles (120 km)
Auf der Weiterfahrt nach Los Angeles merkte man schnell, dass man wieder Richtung Süden und Wüste fuhr. Die Landschaft verlor schnell an grüner Farbe. Wie sagte uns der Reiseführer in L. A.? Was hier zwei Tage lang nicht gegossen wird, ist tot! Ein Strand nach dem anderen reiht sich nun von Norden aus nach Los Angeles hinein. Wir nutzten die Gelegenheit, parkten das Auto und setzten uns für eine Weile ans Wasser, bevor wir zurück zu unserem Ausgangshotel, dem "Los Angeles Hilton and Tower", fuhren.

30.08.99 Los Angeles (Ende der Rundreise)
Den heutigen Tag nutzten wir hauptsächlich, um Los Angeles ein wenig zu erkunden. Wir fuhren zu den Paramount-Studios und machten in kleinen Gruppen die Führung über das Studiogelände mit.

Paramount Pictures in L.A.

Viel wurde über die Geschichte der Studios und der alten Filme berichtet, dann durften wir uns die Kulisse zu einer neuen amerikanischen Sitcom ansehen. Besonders beeindruckend war der Kostümfundus - nur mit Mühe konnte die gesamte Gruppe auf einmal den Eingangsbereich betreten - der Rest der Lagerhalle war voll bis unter die Decke mit Klamotten! Dann gab es noch ein besonderes Schmankerl für Michael. Wir gingen auch an den Hallen vorbei, wo die Star Trek-Serie "Voyager" gedreht wird. Wir hatten das große Glück, dass tatsächlich eine dieser Hallen offen stand und wir mit gebührendem Abstand ein wenig von der Original-Kulisse, wahrscheinlich einen Borg-Alkoven, bewundern konnten. Verschiedene andere bekannte Filmkulissen wurden uns auch gezeigt, u.a. aus "Top Gun", der ebenfalls teilweise auf dem Studiogelände gedreht worden ist. Am Nachmittag fuhren wir weiter zum Sunset Bld. durch Beverly Hills und West Hollywood. Am berühmten Mann's Chinese Theatre fuhren wir aufgrund der Menschenmassen nur vorbei und bekamen ein paar hundert Meter weiter einen 5-Minuten-Parkplatz, so dass wir wenigstens ein paar Sterne des "Walk of Fame" ablaufen konnten. Müde wie wir waren und mit einem Auto, dass wir durch die Wüste, Gewitter und Sandsturm geschickt hatten (bäh, war das dreckig!!!) kamen wir zu unserem endgültig letzten Hotel, dem "Loews Santa Monica Beach Hotel". Diesmal sahen wir kein Schild zum "Self Parking", aber so schnell konnten wir gar nicht schauen, wurde Eva aus dem Auto komplimentiert, uns das Gepäck abgenommen, während Michael versuchte, dem überaus hilfsbereiten Personal klar zu machen, dass er durchaus in der Lage sei, das Auto selber zu parken... Wir müssen eine ziemliche Ausnahmeerscheinung gewesen sein ;-) Da stand Eva nun etwas verloren in der Hotelhalle, während das Personal anscheinend auch gerade gar nichts anderes zu tun hatte, als sich über uns zu wundern und wartete auf Michael. Das Hotel kam ihr eindeutig eine Nummer zu groß vor, aber auch das sollte sich noch ändern... Eine nette Dame brachte uns auf unser Zimmer, von dem aus wir einen schönen Blick auf den Santa Monica Pier und das Meer hatten. Wir legten uns erst mal an den Pool und genossen ein bisschen den Luxus. Zurück in der Hotelhalle hatte eine Frau angefangen am Flügel zu spielen und da die Stockwerke rund um die Hotelhalle aufgebaut waren, hatte man überall ein bisschen was von den ruhigen Melodien im Ohr. Nach und nach fiel uns auf, dass auch dieses Hotel gerade "Baustelle" war und neu gestrichen wurde. Außerdem haben wir in keinem einzigen Hotel vorher oder nachher das Kuriosum erlebt, dass nachts um 23.00 Uhr die Gänge gestaubsaugt wurden... *wunder*

31.09.99 Strandtag und Konzertbesuch
Nach dem Frühstück packten wir die nötigsten Sachen zusammen und gingen zum Strand, der vom Hotel aus direkt erreichbar war. Trotz Schattenplätzchen neben einem Life-Guard-Häuschen holte Michael sich hier beim Baden noch einen kräftigen Sonnenbrand. Aber er war wenigstens im Wasser, Eva war es zu kalt... *bibber*
Für den Abend hatten wir uns bereits von Deutschland aus Karten über das Internet für ein Konzert des Countrysängers John Michael Montgomery im Greek Theatre besorgt. Gott sei Dank sind wir die Strecke am Vortag schon mal abgefahren und hatten bei der Gelegenheit festgestellt, dass es sich dabei um ein Open-Air-Konzert handelt. Das Greek Theatre liegt hinter einer Wohngegend am Hang und Schlauberger fahren (rechtzeitig!) die Straße noch etwas höher hinauf zur Sternwarte, um von dort das Spektakel kostenlos zu erleben. Das Konzert sollte um 19.30 Uhr beginnen und wir fuhren extra noch ein bisschen früher los, da wir ja noch die Tickets besorgen mussten. Gewundert hatten wir uns allerdings schon, dass man die bis 21.00 Uhr abholen konnte, denn wer würde denn dann noch etwas vom Konzert mitbekommen?! Nachdem wir uns durch mehrere Rush-hour-Staus durchgekämpft hatten, die wir trotz vorherigen Abfahrens der Strecke natürlich nicht eingeplant hatten, kamen wir gerade noch rechzeitig an und wunderten uns über das nächste Kuriosum, dass dort nämlich nur recht wenige Leute herumstanden... Wir bekamen jedenfalls unsere Karten und konnten nach einer kurzen Wartezeit den Innenteil des Theatres betreten. Dieser war tatsächlich wie ein griechisches Theater mit stark gestaffelten Sitzreihen gehalten. Kurz darauf begann die Vorgruppe zu spielen bis ca. 20.30 Uhr. Schlagartig leerte sich das komplette Theater... Hatten wir etwas verpasst? Nein, es war tatsächlich eine Pause und pünktlich um 21.00 Uhr begann das eigentliche Konzert. Gigantisch! Sehr viele uns bekannte Lieder, ein paar neue dazu und immer wieder kleine Geschichten und Erklärungen durch John Michael Montgomery. Es war ein rundum gelungener Abend!

01.09.99 Ausflug in den "World Famous San Diego Zoo" und den Wild Animal Park
Da wir beide gerne "was mit Tieren" sehen und uns der Zoo in San Diego bereits vor unserem Urlaub wärmstens ans Herz gelegt wurde, durfte der heutige Ausflug in unserem Programm nicht fehlen. Erst einmal sind wir am Wild Animal Park vorbeigefahren, er liegt leicht nordöstlich von San Diego und war auf unserer Karte wohl nicht fett und rot-unterstrichen eingezeichnet... Also, erst mal durch San Diego und in den "richtigen" Zoo. Dort konnte man gleich eine Eintrittskarte für den Wild Animal Park mitlösen und bekam noch Tickets für die Seilbahn im Zoo und eine Rundtour per Bus. Um erst mal einen Überblick zu bekommen, haben wir uns dieser Rundtour angeschlossen, die eine gute halbe Stunde quer durch den ganzen Zoo dauerte. War sehr informativ und man wusste gleich, wo man noch mal genauer hinschauen will oder was einen weniger interessiert. Als wir dort waren, war das Panda-Mädchen Hua Mei erst ein paar Tage auf der Welt, so dass dieser Bereich für Zoobesucher komplett gesperrt war. Das war zwar schade für uns, aber für Hua Mei sicherlich sehr viel besser... Eva hätte sich sowieso stundenlang bei den Koalas aufhalten können, Michael dagegen war bei den Giraffen kaum wegzulocken - so hat eben jeder seine Vorlieben... Die Tickets für die Seilbahn haben wir dann auch noch eingelöst und sind so gegen Mittag wieder aus dem Zoo raus und Richtung Norden zum Wild Animal Park.

Wild Animal Park in San Diego

Der Wild Animal Park unterscheidet sich vom Zoo schon mal dadurch, dass die Gehege sehr, sehr viel weitläufiger sind. Man hat sich viel Mühe gegeben, den Tieren ein Zuhause zu schaffen, dass ihrer natürlichen Heimat so nahe wie möglich kommt. Das bedeutet auch, dass viele verschiedene Tierarten in einem Gehege zusammenleben, die auch in freier Wildbahn aufeinander treffen könnten. Ein Großteil des Parks ist nicht zum eigenen Erkunden gedacht, sondern nur über eine geführte Monorailtour zu besichtigen. Ein kleinerer Teil ist dagegen als eine Art Abenteuer-Tour angelegt, bei der man unter anderem an einer originalen Safari-Unterkunft, verschiedenen Tierfährten und Gehegen vorbeikommt. Die Tour ist sehr liebevoll in dem Heft "Heart of Africa" in Form von Tagebucheintragungen beschrieben. Letztendlich kommt man auch wieder zu den Giraffen, die dort sogar gefüttert werden dürfen!!

02./03.09.99 Abschied von Amerika und Ankunft zu Hause
Das soll es also schon gewesen sein? Viel zu schnell ist die Zeit vergangen! Heute fuhren wir nach dem Frühstück und einem kurzen Abschied vom Strand zurück zur Autovermietung, um unseren Wagen, der uns die knapp drei Wochen so gut gefahren hat, zurückzugeben. Genau 3045 Meilen haben wir in dieser Zeit zurückgelegt... Dann sind wir mit dem Shuttle-Bus wieder zurück zum Flughafen gefahren und konnten dort zum Glück gleich einchecken, so dass wir unser Gepäck schon mal los waren. Warten mussten wir dann eh noch bis abends, da unser Flugzeug erst um 21.00 Uhr losfliegen sollte. Der Flug verlief genauso reibungslos wie der Hinflug und am Frankfurter Flughafen erwartete uns schon Evas Vater, um uns nach Hause zu fahren (man denke nur mal, ein Auto mit Gangschaltung...) Viele Erinnerungen sind geblieben, außerdem fast 10 volle Filme und die Hoffnung, dass wir Amerika nicht zum letzten Mal gesehen haben. Das Land ist ja zum Glück groß genug, um immer wieder etwas neues zu finden... ;-)