5. - 12. Mai 2002
|
Eva war noch nie am Mittelmeer und der Zeitpunkt nach ihren Abschlussprüfungen Anfang Mai erschien uns für einen noch nicht zu heißen Kurzurlaub ideal. Wir informierten uns über die verschiedenen Inseln im Mittelmeer und entschieden uns bald für Menorca. Die Insel Menorca ist die zweitgrößte Insel der Balearen. Sie liegt im Nordosten der Balearen und hat im Gegensatz zu Mallorca kaum Erhebungen. Der höchste Berg ist der Monte Toro im Inneren der Insel mit gerade 357 Metern. Die Nordküste der Insel besteht überwiegend aus Steilküste, durchbrochen von Kieselstränden und Stränden mit rotem Sand. Im Süden der Insel findet man weite, von zahlreichen Schluchten - den "barrancos" - durchzogene Ebenen mit vielen Sandstränden und romantischen Buchten und Feuchtgebieten. Bei der touristischen Erschließung wurde mit Augenmaß vorgegangen. Heute steht fast die Hälfte der Insel unter Landschafts- und Naturschutz: Außergewöhnlich viele unbebaute Strände und natürliche Landschaften sind somit erhalten geblieben. Der Reichtum der Insel wurde erkannt: Im Jahr 1993 erklärte die UNESCO die gesamte Insel zu einem Reservat der Biosphäre. Menorca hat ein wichtiges archäologisches Erbe, das es fast zu einer Art Freilichtmuseum gemacht hat. Rätsel aus der Vorgeschichte findet man an weit mehr als 1000 Stellen der Insel. Zu den beeindruckendsten Monumenten zählen die "navetas" (schiffsförmige Grabstätten - vermutet man...), die "taulas" (riesige Steintische) und die "talayots" (runde Steintürme). Die Völker, die mit einer bis heute unbekannten Technik die Steine aufeinander türmten, lebten von etwa 2000 v. Chr. bis 150 n. Chr. auf der Insel Menorca. Die größten Städte haben sich an den beiden tiefen Buchten am Ost- und Westrand der Insel entwickelt. Mahón, die heutige Inselhauptstadt, ist bekannt durch ihren Hafen, immerhin der zweitgrößte Naturhafen der Welt! Am Baustil der der Häuser ist hier noch der Einfluss der englischen Kolonialzeit zu erkennen. Eine weitere Hinterlassenschaft der Briten ist heute noch unten am Hafen lebendig: Man brennt Gin. Ciutadella dagegen, die Bischofsstadt im Westen der Insel, ist eine durch und durch mediterrane Stadt. Am Plaza Catedral trifft man auf das älteste christliche Bauwerk der Insel. Unmittelbar nach der Vertreibung der Mauren, etwas um 1300, wurde mit dem Bau der Kathedrale begonnen. Sie steht auf den Grundmauern einer Moschee. Unser Hotel Für unsere Urlaubswoche haben wir uns für das Aparthotel "Pueblo Menorquin" in Son Xoriguer entschieden. Son Xoriguer liegt im Südwesten der Insel und ist ein typischer Touristenort. Das Hotel besteht aus einem im Kolonialstil erbauten Hauptgebäude, in dem die Rezeption, der Speisesaal und die Bar untergebracht sind. In der liebevoll gepflegten Gartenanlage liegen die ein- bis zweistöckigen Appartementhäuser verteilt und sind so angeordnet, dass sich ein kleines Dorf, ein "Pueblo" ergibt. Besonders hat uns gefallen, dass alle Häuser, obwohl im gleichen Baustil erbaut, ein kleines bisschen anders aussehen und dass auch die Bepflanzung von Haus zu Haus variiert - wir hatten jede Menge Oleander und einen Trompetenbaum, an anderen Häusern standen Palmen, Orangen- oder Zitronenbäumchen und wucherte blühende Kapuzinerkresse und Bougainvillea. Wir hatten Halbpension (Frühstück/Abendessen) gebucht, das im Speisesaal im Hauptgebäude serviert wurde. Die Tische waren jeweils mit Stofftischdecken und Servietten eingedeckt. Zu den Mahlzeiten bediente man sich selbst vom Buffet. Zum Frühstück gab es verschiedene Cerealien und Trockenfrüchte, Rührei, gebratenen Speck, weich- und hartgekochte Eier, Wurst und Käse, Honig, Marmelade und Nutella, Joghurt und Milch, verschiedene Brot- und Brötchensorten, Croissants und süße Stückchen sowie verschiedene landestypische Spezialitäten. Zum Abendessen gab es eine Suppe, eine reichhaltige Salatbar mit angemachten und frischen Salaten zum Selbermischen, zwei Vorspeisen, drei Hauptgerichte (davon eines Fisch) mit Beilagen, ein eigenes kleines Buffet für Kinder, für den Nachtisch ein reichhaltiges Dessertbuffet mit Früchten, Cremes, Eis und Kuchen sowie eine kleine Käseauswahl. Uns hat es im großen und ganzen sehr gut geschmeckt und wir waren vor allem mit der Auswahl sehr zufrieden. Unsere Urlaubswoche Mit den Wetter hatten wir dieses Mal leider ein bisschen Pech: Die ersten beiden Tage regnete und stürmte es, dann wurde das Wetter für zwei Tage besser, dann wieder ein Regentag und zum Abschluss ein trockener Tag - richtig durchgehend sonnig wurde es erst an unserem Abreisetag... Trotzdem konnten wir viel unternehmen, sind an der Küste entlang gewandert, mit dem Bus nach Ciutadella gefahren und haben einen Tagesausflug über unsere Reiseveranstalter gebucht. Wären wir eine Woche länger geblieben oder wäre das Wetter etwas beständiger gewesen, hätten wir sicher das Hotelangebot genutzt und Fahrräder geliehen bzw. ein Auto gemietet und auf eigene Faust noch ein bisschen die Insel erkundet. Unsere Reisezeit fiel eindeutig noch in die Vorsaison und während unseres Aufenthalts wurden erst einige Restaurants auf die Saison vorbereitet, die Strände "hergerichtet" usw. Trotzdem hatte die Insel gerade zu dieser Zeit landschaftlich sehr viel zu bieten: Alle Wiesen standen in voller Blüte und wo man hinsah, stolperte man über blühende Margariten, Fenchel, wilde Gladiolen und Mohn - ein farbenprächtiges Bild! Durch die vielen Regenfälle hatten wir allerdings eine recht hohe Luftfeuchtigkeit - die auf Menorca allerdings sowieso schon durchschnittlich (!) 70 % beträgt. Die Klamotten fühlten sich eigentlich immer ein bisschen klamm an, die Taschenbücher und Zeitschriften wellten sich und abgespültes Geschirr war auch nach einem Tag noch nicht trocken. Sonstige Tipps Folgende Seiten waren uns beim Planen der Reise eine Hilfe:
|